bhz Stuttgart e.V.

Das bhz Stuttgart setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen können. Das Tätigkeitsspektrum reicht von beruflicher Bildung und Arbeitsangeboten über unterschiedliche Wohnformen, Freizeitgestaltung und Betreuung von Senior*innen.

Zwei Personen in schwarzen T-Shirts und Handschuhen formen mit ihren Händen Herzformen in einem hellen Raum.
Kurz und kompakt
Über den Verein

Seit mehr als 50 Jahren setzt sich das bhz Stuttgart dafür ein, dass Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen können. Das Tätigkeitsspektrum reicht von beruflicher Bildung und Arbeitsangeboten über unterschiedliche Wohnformen, Freizeitgestaltung und Betreuung von Senior*innen. 

Gründungsjahr

1972

Anzahl Mitarbeitende

Über 200 Mitarbeitende an 15 Standorten

Plätze

Aktuell beschäftigt das bhz rund 450 Menschen mit Behinderung in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) sowie in betriebsintegrierten Arbeitsplätzen. Die Arbeitsbereiche sind u. a. nach DIN ISO 9001 zertifiziert. 

Sandra Eischer, kaufmännische Vorständin des bhz Stuttgart e.V.
„In Fragen der Inklusion wollen wir in der Region eine Vorreiterrolle übernehmen und unser Wissen auch zum Beispiel in Wirtschaftsunternehmen einbringen.“

bhz Stuttgart e.V.

Selbstbestimmter Zugang zu Informationen ist für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung unverzichtbar. Einer wachsenden Beliebtheit erfreuen sich digitale Hilfsmittel. Für seine Klientinnen und Klienten setzt das bhz Stuttgart e.V., ein diakonischer Träger der Behindertenhilfe, daher auf ein barrierefreies digitales Informationssystem. Höhenverstellbare Touchdisplays und eine leicht bedienbare App garantieren einen verbesserten Zugang zu wichtigen Informationen rund um das Alltagsleben.

Mit diesem Schritt sorgen wir dafür, dass die Beschäftigten mit Behinderung in unseren Arbeits- und Wohnangeboten immer auf dem neusten Stand sind“, sagt Sandra Eischer, kaufmännische Vorständin des bhz. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro für den dritten Platz im Rahmen der Community-Aktion „Wir leben Gemeinwohl“ von GemeinwohlInvest soll den Einführungsprozess unterstützen.

Seit mehr als 50 Jahren setzt sich das bhz Stuttgart dafür ein, dass Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen können. Das Tätigkeitsspektrum reicht von beruflicher Bildung und Arbeitsangeboten über unterschiedliche Wohnformen, Freizeitgestaltung und Betreuung von Senior*innen. Aktuell beschäftigt das bhz rund 450 Menschen mit Behinderung in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) sowie in betriebsintegrierten Arbeitsplätzen. Die Arbeitsbereiche sind u. a. nach DIN ISO 9001 zertifiziert. 

Kommunikation auf der Höhe der Zeit

„Innerhalb von Stuttgart betreiben wir 15 Standorte,“, berichtet Sandra Eischer. „Entsprechend wichtig ist es, Vernetzung und Transparenz zu ermöglichen.“ Die bisherigen bhz-News für die Beschäftigten mit Behinderung, die in leichter Sprache verfasst und ausgedruckt verteilt wurden, waren für das bhz nicht mehr zeitgemäß. „Fast alle Beschäftigten besitzen Smartphones und nutzen Social Media wie etwa Instagram.“ Wer ist neu im bhz, wer verlässt uns, wer ist die richtige Ansprechperson für ein bestimmtes Anliegen? Antworten auf derartige Fragen sind zukünftig zeitnah und problemlos abrufbar. Bei Bedarf steht eine Vorlesefunktion zur Verfügung. Die Speisepläne des bhz sind ebenso Bestandteil des Angebots wie ein Veranstaltungskalender mit Tipps zu diversen Events oder städtischen Führungen.

Leicht verständliche Bildsprache

Entwickelt wurde die Software von einem spezialisierten Software-Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Leer. Ein besonderes Highlight: Mit Hilfe des grafischen Symbolsystems METACOM können Inhalte bildlich dargestellt werden. Es enthält eine Sammlung von über 10.000 leicht verständlichen Bildzeichen aus allen Lebensbereichen. Darüber hinaus sind KI-Übersetzungen in leichter Sprache verfügbar. 

Die browserbasierte Funktionsweise stellt nicht nur eine gute Erreichbarkeit sicher. Ein weiterer Vorteil des Systems besteht darin, dass die Software sowohl per Smartphone als auch über Displays nutzbar ist. Menschen mit einer Mehrfachbehinderung, die in Fördergruppen betreut werden, können per Tablet auf die Software zugreifen, wenn sie von pädagogischen Fachkräften angeleitet werden. 

Eine eigens gegründete Redaktionsgruppe wird das Angebot kontinuierlich pflegen und aktuelle Inhalte einstellen. Im Sinne einer zielgruppenzentrierten Qualitätskontrolle soll diese regelmäßig ein Feedback der Nutzer*innen einholen. „Nur so ist es möglich, die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern“, sagt Sandra Eischer. „Aktuell suchen wir eine interne Projektleitung, die technische und pädagogische Fähigkeiten mitbringt. Dann können wir das Angebot starten.“

Herausforderungen in Zeiten der Wirtschaftskrise

Ungeachtet der positiven Impulse, die aus diesem neuen Handlungsfeld erwachsen, gibt es jedoch strukturelle Herausforderungen. Denn angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise hat das bhz, ebenso wie andere Träger der Behindertenhilfe, mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Die Werkstätten waren bislang verstärkt im Bereich der Automobilindustrie und deren Zulieferer tätig, die es besonders hart getroffen hat. 

Um sich ein weiteres Standbein aufzubauen, entstehen in den Werkstätten im Fasanenhof und in Feuerbach vermehrt Eigenprodukte wie Seifen, Kerzen, Kunstgegenstände sowie Geschenk- und Dekoartikel. „Jeder noch so kleine Auftrag wird von uns genau auf Realisierbarkeit geprüft. Denn: es ist wichtig, dass wir Arbeit haben. Außerdem versuchen wir“, so Eischer, „stärker im Dienstleistungsbereich Fuß zu fassen, der im Gegensatz zur Industrieproduktion boomt.“ Als Beispiel dafür nennt sie die Cateringangebote und Konferenzmöglichkeiten am Standort Feuerbach. Allerdings sei der organisatorische und personelle Einsatz im Vergleich zu Werkstattaufträgen größer. 

Einsatz für mehr Inklusion

Ein ermutigendes Vorbild für gleichberechtigte Teilhabe ist die deutschlandweit erste inklusive TAFEL in Feuerbach. Schon seit 20 Jahren arbeiten dort Menschen mit Behinderung und ehrenamtlich Helfende Hand in Hand, um Lebensmittel an armutsbetroffene Menschen zu verteilen. 

Dagegen gebe es bei der Inklusion auf dem regulären Arbeitsmarkt noch Luft nach oben, bestätigt Sandra Eischer. Mit einem Angebot wie „JobInklusiv“ unterstützt das bhz diejenigen Beschäftigten, die sich einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz wünschen. Auf ihrem Weg dahin stehen ihnen erfahrene Jobcoaches zur Seite, die mit namhaften Unternehmen in einem engen Kontakt stehen. „In Fragen der Inklusion wollen wir in der Region eine Vorreiterrolle übernehmen und unser Wissen auch zum Beispiel in Wirtschaftsunternehmen einbringen“, sagt Sandra Eischer.

Neue Zielgruppen 

Eine Zielgruppe, die zwar besonders schutzbedürfig ist, aber bisher nur wenig Beachtung findet, sind geflüchtete Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen sowie deren Angehörige. Die bhz-Anlaufstelle „Migration und Teilhabe (MuT)“ hilft ihnen, sich im unübersichtlichen Hilfesystem zurechtzufinden. „Inzwischen sind wir im dritten Jahr der insgesamt fünfjährigen Förderphase“, so Eischer. Die Finanzierung erfolge ausschließlich über Förderer. 

Da auch Menschen mit Behinderung ein immer höheres Alter erreichen, rückt das Thema „Demenz“ vermehrt in den Fokus des bhz. Mit dem Ziel, nach praktischen Lösungen zu suchen, hat sich inzwischen eine Mitarbeitendengruppe gebildet. „Diese Fachkräfte sind an der Basis tätig und wissen daher, worauf es ankommt und welche Hilfen nötig sind“, sagt Sandra Eischer. Die Ergebnisse sollen in neue oder andere Angebote für Menschen mit Behinderung einfließen und u.a. als Grundlage für zukünftige Verhandlungen mit den Kostenträgern dienen.