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Neue Wohnformen im Alter innovativ finanzieren
Aufgrund
der veränderten Bedürfnisse älterer Menschen und der beschränkten
Finanzierungspotentiale der Pflegeversicherung werden künftig in der
Altenhilfe vielfältige Angebotsformen erwartet. Welcher
Finanzierungsbedarf durch neue Wohnformen im Alter entsteht und welche
Finanzierungsinstrumente für ihre Umsetzung gefordert sind,
thematisierte die Bank für Sozialwirtschaft AG am 20. September 2007 in
Köln im Rahmen eines Fachgesprächs des Netzwerks „Soziales neu
gestalten“ (SONG) in Köln.
Deutlich wurde,
dass bei allen innovativen Angeboten intensiv darüber nachgedacht wird,
aus dem „Quasi-Markt“ der Dreiecksbeziehung zwischen Leistungserbringer,
Leistungsempfänger und Kostenträger hinaus zu gehen und sich in den
regulären Markt hinein zu begeben, in dem Angebot und Nachfrage
bestimmen. Erwartet wird für die neuen Wohnformen ein Mix der
Finanzierungsinstrumente, in dem unter anderem die Kunden, sozial
denkende vermögende Dritte, die eigenen Mitarbeiter, aber auch
angepasste Finanzierungsprodukte von Banken eine Rolle spielen werden.
Derzeit ist der Mix noch sehr stark auf öffentliche Mittel,
Zuschussmodelle und Kreditfinanzierung fixiert.
Exemplarisch wurde
gezeigt, wie neue Elemente in die Finanzierung integriert werden können.
So stellte z. B. Dr. Wolfgang Wasel, Stiftung Liebenau, anhand der
„Lebensräume für Jung und Alt“ ein Wohnmodell vor, das u. a. eine durch
einen Sozialfonds finanzierte Selbst- und Nachbarschaftshilfe
beinhaltet. Der Fonds speist sich aus Spenden sowie aus Mitteln der
Gemeinde und der Stiftung Liebenau. Andrè Vater, Bremer Heimstiftung,
berichtete über den Erfolg der 2004 eingeführten „Stiftsbriefe“, die
gegen eine Vermögensübertragung ein lebenslanges Wohnrecht gewähren.
Einig waren sich
die Teilnehmer, dass sich die Diskussion über die Zukunft der Pflege
nicht allein auf den ambulanten Bereich fokussieren darf. Die
qualitative und quantitative Weiterentwicklung der stationären Pflege
mit Blick auf sich verändernde Anforderungen und Funktionen muss ebenso
im Blick behalten werden.
Das „Netzwerk: Soziales neu gestalten“
ist ein Zusammenschluss sechs innovativer Akteure der Sozialwirtschaft:
der Bertelsmann Stiftung, der Stiftung Liebenau, des Evangelischen
Johanneswerks, der Bremer Heimstiftung, der CBT – Caritas
Betriebsführungs- und Trägergesellschaft und der Bank für
Sozialwirtschaft. Sein Ziel ist es, ausgehend von demographischen und
sozialen Trends und basierend auf praktischen Erfahrungen neue
Lösungsansätze für die soziale Sicherung vor Ort aufzuzeigen. In der
ersten Projektphase beschäftigt sich das Netzwerk schwerpunktmäßig mit
Fragen der Neuausrichtung der Altenhilfe auf gemeinwesenorientierte
Quartierskonzepte.
Köln, 21. September 2007
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